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BEI ÖKOSTROM GEHT ES UM MEHR ALS KLIMANEUTRALITÄT

Die Qualität von Ökostrom muss mehr ins Rampenlicht. Nur ein Bruchteil der Ökostromtarife unterstützt einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien. Trugen 2016 rund 12% der Ökostromtarife ein Gütesiegel, das dies zertifizierte, waren es vier Jahre später lediglich zwei Prozentpunkte mehr (14%). Das ergab eine Marktanalyse des B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmens Polarstern im Herbst 2020 zur Tarifsituation in den 15 größten deutschen Städten.

"Wir brauchen deutlich mehr Investitionen in erneuerbare Energien", fordert Florian Henle, Gründer des Ökoenergieversorgers Polarstern. Die Ausbaupläne der Bundesregierung auch nach der EEG-Novelle 2021 reichen nicht. Nur mit deutlich mehr erneuerbaren Energien schützen wir das Klima und damit unseren Planeten und unsere Zukunft.

Angesichts der zunehmenden Diskussion um das Ziel der Klimaneutralität betont Florian Henle, nicht zu vergessen: "Beim Klimaschutz lassen sich Maßnahmen nicht gegeneinander aufwiegen." Ein Ablasshandel, bei dem Emissionen an einer Stelle durch Maßnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden, bringe keinen Mehrwert. Wenn 85% der Treibhausgasemissionen in Deutschland energiebedingt sind, müsse hier angesetzt werden.

Ursachen nicht Folgen in den Mittelpunkt stellen

CO2-Zertifikate kaufen und weitermachen wie bisher. Fossile Kraftwerke weiter betreiben, ihre Energie nutzen und dafür Bäume pflanzen. Das ist am Ende ein Nullsummenspiel. "Wir brauchen beides beim Klimaschutz, die Energiewende und die Wälder." Es brauche ein rundum nachhaltiges Wirtschaften, bei dem es um Ressourcenschutz, den Erhalt der Biodiversität und um Klimaschutz gehe.

"Das Wirtschaftsverständnis muss sich ändern", betont Florian Henle. Als Social Entrepreneur vertritt er mit Polarstern den Ansatz eines gemeinwohlorientierten Wirtschaftens. Entscheidungen und Handeln muss stets ökologisch, sozial und finanziell vertretbar sein. Diese drei Aspekte werden stets gleichwertig betrachtet – nicht nur in der Summe aller Maßnahmen.

Unternehmen allein anhand ihrer CO2-Bilanz zu bewerten, führe leicht in die Irre, ist Florian Henle überzeugt. Überall müssten Ressourcen geschont und das Klima geschützt – immer mehr. Alternative Bilanzen wie die Gemeinwohl-Bilanz erleichtern ein entsprechendes Handeln. Hier werden alle Bereiche eines Unternehmens entsprechend gemeinwohlorientierter Werte bewertet, nicht Einzelmaßnahmen herausgestellt.





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